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Herbert A. Rößler
rezensionen
"Mach uns keine Schand' ist ein Roman über eine Familie in einem kleinen Dorf in der Pfalz. Aber auch ein Entwicklungsroman eines Jungen in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts.
Jeder, der zu dieser Zeit selber jung war, kannte einen Jungen wie Frieder. So jemand hatte jeder einmal in seiner Klasse. Man fühlt sich in seine eigene Jugend zurück versetzt und lacht und weint mit ihm. Nicht selten entdeckt man sich selbst wieder.
Eine Familie, wie sie heute kaum mehr denkbar erscheint, wird in dem Buch von Herbert A. Rößler lebendig, und dank der anschaulichen Sprache läuft die Handlung beim Lesen wie ein Film ab: die Erstkommunion, die Familienfeier, die ihm verordnete Abmagerungskur (Frieder ist ein dickes Kind) und schlussendlich die Entdeckung seiner eigenen Sexualität, die so sehr den Grundsätzen seines Glaubens und seiner Herkunft widerspricht. Diese Bildhaftigkeit und die klare Sprache waren für mich ein besonderes Erlebnis und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen, nutzte jede freie Minute um mit und um Frieder zu bangen. Würde er es schaffen, aus den Verwirrungen dieser Örtlichkeit und dieser Zeit zu einem glücklichen und verantwortungsbewussten Erwachsenen heranzureifen?"


Uwe P.
"Selten las ich ein so mitreissendes, ermutigendes und interessantes Buch. Es ist eine gefuehlvolle, warmherzige Schil-derung einer Kindheit und Jugend, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Definitiv eines der besten deutschen Buecher, die ich in der letzten Zeit las. Obwohl manche Szenen bedrueckend auf mich wirkten, so lebt dieses Buch doch auch insbesondere von der unglaublichen Situationskomik der Familie Klettberg mit ihrer unverwuestlichen und wunderbaren Pfaelzer Mundart und dem unerschuetterlichen 'Steh- aufmaennchencharakter' des juengsten Sohnes und Protagonisten Frieder. So oft fuehlte ich mich zurueck versetzt in die 'wilden' und doch naiven sechziger Jahre. Eine aufwuehlende Erfahrung. Ich kann es nur waermstens weiterempfehlen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.
 
Carmen V.
"4 Tage habe ich am Leben von Frieder Klettberg teilhaben dürfen. Obwohl sich die Handlungen im Buch über mehrere Jahre erstrecken, hat es mich dermaßen gefesselt, dass ich am 4. Tage auf der letzten Seite angekommen war....
Frieders Kindheit und Jugend werden auf packende und spannende Art und Weise beschrieben. Mal lustig, mal traurig, mal prickelnd, mal schaurig, wie das Leben eben so ist. Der Roman kann nur der erste Teil einer wunder- baren Geschichte sein, die noch lange nicht zu Ende sein darf."
 
Joachim S.
"Ich fand dieses Buch unerwartet fesselnd und berührend. Oft habe ich laut gelacht, dann wieder mit dem Protagonisten Frieder Klettberg gelitten. Familienroman, coming of age, Sittenbild der 60er und 70er, alles erinnert an das eigene Heranwachsen und der Suche nach einer Identität. Zwar wird sich die Hauptperson im Verlauf der Geschichte ihrer Homosexualität bewusst, dennoch ist es keinesfalls ein Roman nur für Schwule. Fast jeder wird Aspekte seines eigenen Heranwachsens und seiner eigenen Familie darin erkennen. Und am Ende kann man nur hoffen, dass Frieder sein Glück findet, oder aber, dass es eine Fortsetzung gibt, die uns erlaubt, diesen Jungen noch ein paar weitere Jahre seines Lebens begleiten zu dürfen."
 
E.W.
"Von der ersten bis zur letzten Seite, war es ein Genuß in das Leben Frieders einzutauchen, und sowohl Höhen und Tiefen mitzuerleben. Ich musste mich zwingen, das Buch ab und zu aus der Hand zu geben.. Freue mich auf eine Fortsetzung!"
 
Flawless
Schon nach den ersten Zeilen schloss ich Frieder Klettberg ins Herz und am Ende des ersten Kapitels waren wir dicke Freunde. Wir verbrachten das ganze Wochenende zusammen. Wir lachten, weinten, litten und freuten und über die großen und kleinen Unebenheiten des Alltags. Es war ein tolles Wochenede und rasch war das trübsinnige Wetter total vergessen.
Jetzt, -es ist Sonntag abend-, hat Frieder sich ver- abschiedet in die USA, erfüllt sich endlich einen Traum, aber mir...mir fehlt er jetzt schon! Ich hoffe jedoch, Frieder recht bald wieder treffen zu dürfen - es ist einfach zu schön, ihm zu lauschen."

 
Bobby P.
Die Hauptfigur Frieder Klettberg wird Mitte der 50er Jahre in der Pfalz in einem kleinen, überschaubaren Dörfchen, wo jeder jeden kennt, geboren. Seine Familie ist streng katholisch und so werden Frieder und seine beiden älteren Schwestern auch erzogen. Die Eltern lassen ihm bei vielen Dingen, wenn auch nach anfänglichem Zögern, freie Hand, das Wichtigste ist „einfach nur, dass er ihnen keine Schande macht.
 
Bei einer Nachbarin entdeckt Frieder seine Liebe für klassische Musik und sein Talent für das Klavierspielen. Er besucht das Gymnasium, engagiert sich in der Kirche und Kinderbetreuung und spielt Theater.
 
In der Schule entwickelt Frieder sich zum Außenseiter. Die mangelnde Anerkennung seiner Mitschüler und auch seitens der Eltern, sowie seine immer währende Sehnsucht nach Liebe kompensiert er mit dem übermäßigem Genuss von Süßigkeiten, was zur Auswirkung hat, dass er massives Übergewicht mit sich herum trägt. Dies belastet ihn sehr und auch in seinem weiteren Leben wird sein Gewicht immer wieder ein Thema sein.
 
Als er die ersten sexuellen Erfahrungen macht, ist Frieder sehr verunsichert. Er fühlt sich schuldig im Sinne der Unkeuschheit und rechnet immer mit einer Katastrophe, als Strafe Gottes. Er entdeckt aber auch den Genuss an der Lust und gibt sich immer wieder seinen Fantasien hin. Besonders reizvoll findet er es zum Beispiel, auf der Bahnhofstoilette fremde Männer zu beobachten. Dass Frieder sich zu Männern hingezogen fühlt, wird für ihn zu einem großen Problem. Ist es in seiner Zeit schwer vorstellbar, mit anderen über Sexualität zu reden, so ist Homosexualität ein absolutes Tabuthema.
 
Frieder wird später immer wieder auf Menschen treffen, die offen über Homosexualität sprechen, was ihn stets in großes Erstaunen versetzt und sein Eingeengt sein in der katholischen Gemeinde und kleinbürgerlichen Familie bewusst macht.
 
Hin und her gerissen zwischen Sünde und Lust, beschließt Frieder, Theologie zu studieren und später ins Kloster zu gehen. Er will endlich befreit von seinem Verlangen leben können. Doch zuvor möchte er nach dem Abitur mit einem Klassenkameraden für einige Wochen in die USA reisen. Diese Reise und seine Erfahrungen werden Frieders Leben entscheidend beeinflussen. Und genau hier endet der Erste von insgesamt drei Frieder Klettberg Romanen.
 
Frieders Leben wird sehr sensibel, einfühlsam und tabulos erzählt. Man fühlt und leidet mit ihm. Seine Geschichte ist eine Geschichte über Freude, Ängste, Leidenschaft, Fantasien und Sehnsüchte, die jeder kennt. Mit Frieders Gedanken hat sich jeder von uns schon beschäftigt oder tut es noch. Frieder ist oft allein damit, weil er aus Scham, Angst vor göttlicher Strafe oder Ablehnung in der Gesellschaft sich niemandem anvertraut. Das führt zur Auseinandersetzung über Andersartigkeit und den gesellschaftliche Umgang damit und regt sehr zum Nachdenken über die eigene Toleranz an.
 
In den Folgebüchern Neuland und Am anderen Ufer wird Frieders Lebensgeschichte fortgesetzt. Ich möchte an dieser Stelle nicht viel aus dem Inhalt der Bücher schreiben, nur wer wissen möchte, wie es mit Frieder weitergeht, welche Erfahrungen er noch in seinem Leben macht, ob er wirklich ins Kloster geht, ob seine Sehnsucht nach Liebe und Partnerschaft erfüllt wird und wie seine Familie und die Gesellschaft mit seiner Homosexualität umgehen, dem sei gesagt: Unbedingt weiter lesen!
 
Mein Fazit: Absolut lesenswert und das gilt für die gesamte Trilogie!
 
Carsten K. / www.erbsenprinz.de